Vier Männer stehen nebeneinander in einem Werkraum mit hellen Wänden und einem hellgrauen Boden.
Werkstattleiter Sebastian Klipper, Jürgen Klier, Kay Messerschmidt und Christian Springer in den neu renovierten Räumen der Reichelsheimer Werkstätten.

Eigeninitiative „Schöner Arbeiten“ unterstützt

„Selbst ist die Mannschaft“, haben sich die Fachkräfte und Mitarbeiter in den Reichelsheimer Werkstätten der Teilhabe Wetterau in Weckesheim gedacht und ihren Arbeitsplatz selbst renoviert. Der Fachbaumarkt Klier GmbH aus Ortenberg hat sie dabei unterstützt und eine Spende von 500 Euro übergeben.

Große Motivation

Die Reichelsheimer Werkstätten wurden 1999 eröffnet. Seither arbeiten dort Menschen mit geistigen Behinderungen in verschiedenen Arbeitsgruppen, zum Beispiel in der Montage, in der Besteckverpackung oder in der Aktenvernichtung. Auch eine Tagesförderstätte für diejenigen, die nicht, nicht mehr oder noch nicht in der Werkstatt arbeiten können, ist am Standort integriert. „Wir ermöglichen den Mitarbeitern, einem Beruf nachzugehen, und unterstützen jeden individuell dabei, seine Arbeit machen zu können“, erklärt Werkstattleiter Sebastian Klipper. Das Arbeitsumfeld war allerdings in die Jahre gekommen und das Aufhübschen von Werkstätten steht schon lange nicht mehr auf der Prioritätenliste der öffentlichen Hand. „Uns war klar, dass wir hier selbst Hand anlegen müssen“, so Klipper. Das handwerkliche Geschick und die Motivation waren in der Werkstatt vorhanden, nur das Material musste noch beschafft werden.

Freundliche Räume

„Beim Abholen von einem Container für die Aktenvernichtung beim Fachbaumarkt Klier in Ortenberg hat ein Kollege dort gesehen, dass es dort passende Bodenbeläge gibt“, erzählt der Werkstattleiter. Man sei sich mit Jürgen Klier, dem Geschäftsführer des Baumarktes, schnell über einen guten Preis einig geworden. 200 l Wandfarbe und rund 700 qm Fußbodenbelag wurden in den Reichelsheimer Werkstätten verarbeitet. Einige Mitarbeiter mit Behinderung haben mit Begeisterung mitgearbeitet und unter Anleitung von Kay Messerschmidt viele Vorarbeiten wie Abschleifen, Grundieren oder Anrühren von Ausgleichsmasse erledigt. Ergebnis: weiße Wände, heller Boden und eine freundliche Atmosphäre. „Die Räume wirken jetzt viel größer“, freut sich Klipper. Werkstattrat Christian Springer erzählt: „Die Arbeit hat Spaß gemacht und es ist toll, dass jetzt alles viel schöner aussieht!“

Auch Jürgen Klier ist begeistert: „Die Arbeit in den Reichelsheimer Werkstätten ist sehr wertvoll. Mir war nicht bewusst, wie individuell die Mitarbeiter hier gefördert werden und wie wichtig es für jeden einzelnen ist, einer Arbeit nachgehen zu können.“ Es sei ihm ein Anliegen gewesen, die Werkstatt und die Eigeninitiative „Schöner Arbeiten“ mit einer Spende zu unterstützen: „Ich wollte den Menschen hier etwas Gutes tun.“

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